33 Jahre lang machten sich Menschen zum Affen, um dabei sein zu dürfen: Wetten dass..? galt lange Zeit sogar als die größte Fernsehsendung Europas. Die Publicity der Sendung wollte sich der damals 53-jährige Karlheinz Böhm 1981 für einen guten Zweck zu Nutze machen, als er das Publikum zu einer der bekanntesten Wetten  in der Geschichte der Sendung herausforderte.

Entrüstet über die Hungersnot in der Sahelzone wettete Böhm in der Show vom 16. Mai 1981 mit dem Publikum,
„… dass nicht einmal ein Drittel der Zuschauer, die uns jetzt in Österreich, der Schweiz und der Bundesrepublik Deutschland zusehen, bereit ist, nur eine Mark für die hungernden Menschen in der Sahelzone zu spenden. Und diese Wette möchte ich gern verlieren.“
Leider sah Böhm sich letztendlich doch nicht als den Lucky Loser seiner Wette, aber umsonst war die Aktion keineswegs. Rund 1,2 Millionen DM (613.550 €) wurden gesammelt. Mit diesem Geld gründete Böhm noch im selben Jahr den Verein Stiftung Menschen für Menschen.
Die Stiftung widmete sich damals wie heute der Entwicklungshilfe in Äthiopien. Böhm selbst hing seine Schauspielkarriere an den Nagel und verschrieb sein Leben ganz dem Projekt.
1982 wurden vier Dörfer für etwa 1500 Halbnomaden des Stammes der Hauiwa erbaut. Das war allerdings nur der erste Schritt, denn seither konnte die Stiftung 1.972 Wasserstellen errichten und 379 Schulen erbauen.
Frank Elstner, Erfinder und früherer Moderator der Sendung, nannte Böhms Appell die wichtigste Wette, die je in seiner Sendung stattgefunden hatte.
Die Wette von 1981 blieb aber nicht der einzige große Spendenaufruf der Organisation. Anlässlich des 25. Jahrestages von Menschen für Menschen, also im Jahre 2006, wetteten 21 deutsche Städte, dass mindestens jeder dritte Einwohner zwischen dem 1. April und 11. Mai einen Euro für Äthiopien spenden würde. 19 davon konnten die Wette gewinnen, insgesamt wurden über zwei Millionen Euro zusammengekratzt.
Zwei Jahre später, bei der Fernsehgala Alles Gute Karlheinz Böhm – Ein Leben für Afrika, wurden ganze 7,4 Millionen Euro gespendet.
Und falls sich jemand von den Lesern noch an den Live-Aid-Organisator Bob Geldof aus Teil eins erinnert: Als dieser 1984 das sogenannte Band Aid-Projekt ins Rollen brachte, erklärte sich Böhm bereit, für die Verteilung der in Deutschland eingegangenen Spenden.
Auch heute noch, nach Böhms Tod im Jahre 2014, ist Menschen für Menschen in Äthiopien vor Ort und sammelt Spenden.
Das alles konnte ein Mann auf die Beine stellen, der vor dreißig Jahren eine einzelne Münze in die Kamera hielt, um die Menschen drauf aufmerksam zu machen, wie wenig einen Unterschied bewirken kann.

Bild: www.menschenfuermenschen.at